Der Ganges-Gavial
auch Gharial (Gavialis gangeticus), wird der Gruppe Krokodile (Crocodilia) zugerechnet.
Haupterkennungsmerkmal ist seine lange schmale Schnauze, deren Ende eine Verdickung aufweist. Diese fällt bei den Männchen doppelt so groß aus wie bei den Weibchen. Aus dem Kiefer ragen eine Vielzahl von schmalen Zähnen heraus, die auch bei geschlossenem Maul zu sehen sind.
Die Gesamtlänge der Männchen kann bis zu 6,00 Meter betragen, die Weibchen bleiben deutlich kleiner. Die Lebenserwartung soll bei über 50 Jahren liegen.
Ihr Schuppenpanzer variiert von olivgrün bis zu einem hellbraun, hingegen der Rücken und der Schwanz sind zusätzlich gefleckt.
Der Ganges-Gavial ernährt sich hauptsächlich von Fisch, welchen er vorwiegend in der Dämmerung oder in der Nacht fängt. Große Tiere sollen sich sogar an Wasservögeln und Kleinsäugern vergreifen.
In den frühen Morgenstunden sind sie nach der Jagd ausgekühlt und müssen sich auf einer Sandbank wieder aufwärmen. Wie bei allen Krokodilarten steigt nach einer gewissen Zeit die Körpertemperatur stark an, so dass sie dann als typischen Überhitzungsschutz ihr Maul aufsperren um ihre Körpertemperatur teilweise zu regulieren. Reicht dies nicht mehr aus, gehen sie besonders über Mittag wieder ins Wasser zurück.
Ganges-Gaviale sind sehr gesellige Tiere und sie leben in kleinen Haremsgruppen, die von einem dominanten Männchen angeführt werden.
Männchen ohne eigenen Harem, leben eher einzelgängerisch.
Nur in der Paarungszeit (ab Dezember bis Februar) sind die Männchen territorial und dulden keine geschlechtsreifen Rivalen in ihrem Revier.
Weibchen sind nur während der Brutzeit sehr territorial an ihrem Gelege (Nisthöhlen), welches aus bis zu 100 Eiern besteht und verteidigen dieses mit allen Mitteln.
Gefährdung:
Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Ganges-Gaviale in Anhang I unter weltweiten Schutz.
Heute leben im nördlichen Teil von Indien nach aktuellen Schätzungen 1.400 bis 1.500 Tiere, in Pakistan und Nepal zusätzlich noch um die 200 Individuen.





