Der Schwarzstorch (Ciconia nigra)

Nationalpark Unteres Odertal


Sein Verbreitungsgebiet liegt hauptsächlich in Mittel/Süd/Osteuropa. Eine separate europäische Population ist in West-Spanien anzutreffen.

Als Lebensraum und Nahrungsgebiet benötigt er unbedingt ruhig gelegene Feuchtgebiete wie Teiche, Tümpel und Überschwemmungsflächen, worin er seine Hauptnahrung wie Fische, Reptilien, Schnecken, Würmer und Insekten jagen und fressen kann.
Seine ersten Nahrungsflüge beginnt er in den frühen Morgenstunden und beendet diese kurz nach Sonnenuntergang.

Im Nationalpark Unteres Odertal kommt der Schwarzstorch nur an ausgesuchten und ruhigen Plätzen vor. Brutplätze sind innerhalb des Parks nicht mehr vorhanden.




 

Nationalpark Unteres Odertal

Der Schwarzstorch ist etwas kleiner als der Weißstorch (Ciconia ciconia) und kann von diesem schon wegen seines völlig anderen Federkleides unterschieden werden.

Die Körperoberseite, Kopf, Hals und Vorderbrust sind metallisch glänzend schwarz. Bei Sonnenlicht glänzt das Gefieder metallisch grünlich oder purpurn. 
Bauch, Brust, Unterflügel, Unterschwanzdecken und Teile des Rumpfes sind weiß.

Das Weibchen unterscheidet sich kaum vom Männchen, nur ihr Federkleid ist etwas matter. In der Brutphase sind bei beiden Geschlechtern die Schnäbel, Beine, die nackten Hautpartien rund um die Augen, sowie die Schnabelansätze leuchtend rot.

Außerhalb der Brutphase verlieren sie die o.g. intensive Färbung. Der Schwarzstorch hat ca. eine Gesamthöhe von 1,00 Meter und ist damit etwas kleiner als ein Weißstorch. Seine Flügelspannweite beträgt um die zwei Meter.
Er wiegt ca. drei Kilogramm.

Im Gegensatz zum Weißstorch ist sein Brutgebiet in Wäldern anzutreffen, wo sein Horst meist sehr hoch in Bäumen versteckt liegt. Er nutzt seine Nester oft über viele Jahre und er erweitert sie ständig, so dass sie beträchtliche Ausmaße annehmen können.


Vermehrung/Wanderungsverhalten

Mitte April beginnt die Eiablage, die Eier werden in Abständen von zwei Tagen gelegt. Das Weibchen beginnt meistens nach dem zweiten Ei fest zu brüten, sodass die Küken in Abständen bis zu sechs Tagen schlüpfen und somit erhebliche Größen- und Entwicklungsunterschiede zwischen den Küken bestehen können.

Beide Elternteile brüten abwechselnd. Das Gelege kann bis aus zu 7 Eiern bestehen! Die Brutzeit beträgt in der Regel 34 bis 38 Tage.
Die Fütterung übernimmt zum Anfang das Männchen, später füttern beide Elternteile.

Nach etwa 60 bis 70 Tagen sind sie flügge. Die Jungstörche werden noch zwei bis vier Wochen von den Eltern betreut.

Danach verlassen sie meistens das Brutgebiet in Zugrichtung und vor den Altvögeln, deren Abzug sich bis Ende September hinziehen kann.
Die Zugleistungen liegen zwischen 100 und 250 Tageskilometern bis maximal von über 500 Kilometern.

Ihre Überwinterungsgebiete liegen hauptsächlich in Zentralafrika bzw.ein kleines Gebiet in Westafrika.