Die Seeadler (Haliaeetus albicilla)

aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) sind die größten Greifvögel Deutschlands.

Verbreitungsgebiete:
Adulte Seeadler sind in fast ganz Europa Standvögel, bleiben ganzjährig in ihren Revieren und leben in Dauerehe.
Sie bewohnen Eurasien, von Grönland bis zum Pazifik, gewässerreiche Landschaften, wie größere Seen und Flüsse.
Die höchste Siedlungsdichte in Deutschland erreichen sie in Mecklenburg-Vorpommern (Müritz).
Im Nationalpark Unteres Odertal bestehen mehrere Brutgebiete und zusätzlich sind eine größere Zahl von Jungtieren unterschiedlichen Alters anzutreffen. Adulte Fremdadler werden jedoch aus dem Revier vertrieben.

Beschreibung :
Das Gefieder adulter Seeadler ist überwiegend braun, der Kopf, Hals, Teile der Brust und des Rückens sind gelblich ockerfarben. Hingegen ist der Schwanz kurz, keilförmig und weiß.
In größerer Höhe ist der weiße Schwanz oft kaum sichtbar. Der Schnabel ist hellgelb und sehr groß.
Hingegen sind junge Seeadler dunkelbraun und die Schnäbel sind dunkelgrau gefärbt. Nach jeder Mauser sehen sie den adulten Tieren ähnlicher und sind nach etwa fünf Jahren vollständig ausgefärbt.
Sie erreichen eine Körperlänge von 74 bis 92 Zentimetern und die Spannweite der Flügel beträgt ca. 193 bis 244 Zentimeter. Die Weibchen sind erheblich größer und schwer als die Männchen.



Alttier mit Jungtieren aufgenommen Dezember 2009 im Nationalpark

 

Ernährung:
Die Seeadler ernähren sich vor allem von Fischen und Wasservögeln. Auch Aas wird besonders gern im Winter gefressen.
Seeadler sind überwiegend Ansitzjäger, die stundenlang auf eine Gelegenheit zum Beuteerwerb warten. Fliegende Seeadler erbeuten Fische im Vorbeiflug, indem sie ihre scharfen Krallen in ihre Opfer schlagen und herausziehen.
Ein besonderes Schauspiel ist die Jagdmethode der Seeadler im Winter, um eingefrorene Blässhühner im Eis zu erbeuten.
Die Blässhühner entziehen sich den Angriffen der Seeadler durch Abtauchen und werden durch den immer wieder angreifenden Adler so lange zum Tauchen gezwungen, bis sie erschöpft sind und dann vom Seeadler ergriffen werden.

Die Vermehrung:
Die Fortpflanzungszeit der Seeadler beginnt schon Ende des Winters und zeigt sich durch beeindruckende Balzflüge, die sich in der Regel wie folgt abspielen:

Bei den Balzflügen wechseln Synchronflüge, gemeinsames Kreisen und spielerisches Aufeinanderstoßen ab. Das Paar greift sich bei den Krallen, taumelt Richtung Boden und trennt sich wieder.
Die Brut beginnt zwischen Mitte Februar und Mitte März. Das Gelege besteht aus ein bis drei weißen Eiern, die in Horste aus Ästen, Moos und Gras gelegt werden. Diese Horste werden jedes Jahr genutzt und erreichen somit gewaltige Ausmaße von etwa 1,20m bis 1,50 Meterm. Das Gewicht der Horste kann bis zu einer dreiviertel Tonne betragen. Sie werden hauptsächlich in sehr alten und hohen Bäumen angelegt.

Die Brutzeit beläuft sich auf ca. 38 Tage. Die Jungvögel erreichen nach rund 75 Tagen das Ästlingsstadium und nach 80 bis 90 Tagen können sie schon kurze Strecken fliegen. Sie verlassen den Horst nach 60 Tagen, werden danach jedoch noch weiterhin von den Alttieren gefüttert.
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Seeadler liegt bei 14 Jahren.